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Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga 1984


Die Aufstiegsrunde wurde als Spielrunde mit Vor- und Rückspiel ausgetragen.
Der Sieger und der Zweitplatzierte stiegen in die zweite Bundesliga auf.

Teilnehmer:
 
FC 08 Homburg - Meister der Amateuroberliga Südwest
VfR Bürstadt - Meister der Amateuroberliga Hessen
TSV 1860 München - Meister der Bayernliga
Freiburger FC - Meister der Amateuroberliga Baden Württemberg
 

Im Vorfeld der Aufstiegsrunde erschien im KICKER-Sportmagazin folgender Artikel über den FFC,
verfasst von Werner Kirchhofer:

Es gab schon einmal zwei Profiklubs in Freiburg, doch lange gimg das nicht gut - weil im Breisgau ganz offensichtlich das nötige Zuschauerinteresse fehlt. Der FFC zog die Konsequenz, ging in der Oberliga Baden Württemberg auf totalen Sparkurs und schaffte trotzdem Meisterschaft sowie Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga!

Der erste Überschwang der Freude dauerte beim Freiburger FC nicht lange. So sehr man es genoß, mit einer Mannschaft, der Pessimisten sogar den Abstieg vorausgesagt hatten, Meister geworden zu sein, wollte die Mannschft zumindest mehr: jetzt auch den Aufstieg schaffen. Und an diesem Thema schieden sich von vorn herein die Geister. Die Mannschaft war heiß auf den zweiten, noch größeren Erfolg. Die Vereinsleitung sah die Geschichte wesentlich kühler, wenn auch fair.

"Selbstverständlich ziehen wir mit, wenn die Mannschaft den Aufstieg schaffen sollte, dafür steht mein Wort, aber wir werden den Verein nicht neu verschulden", sagte Vorsitzender Kurt Letzer schon am Tag nach dem Meisterschaftsgewinn. Schließlich hatte diese Vereinsleitung seit Oktober 1982 über zwei Millionen Mark Schulden abgebaut und sich vorgenommen, den Club so schnell wie möglich auf Null zu stellen.

Daß Sport uns Wirtschaftspolitik sich da aneinander reiben müssen, liegt auf der Hand. Man wird einen Mittelweg finden müssen, denn eines ist klar: So hervorragend sich die Mannschaft auch gemessen an dem, was man von ihr erwartet hatte, geschlagen hat - für die
2. Bundesliga wird man mir dem vorhandenen Spielermaterial nicht auskommen. Selbst für den Fall, daß es zum Aufstieg nicht reicht, wird der FFC Verstärkungen brauchen, wenn er in der nächsten Saison in der Amateuroberliga wieder oben mitspielen will. So ist man bei allen Verpflichtungen zweigleisig gefahren. Alle Spieler, die nach Freiburg kommen, sind auch bereit, in der Oberliga zu spielen.

Mit Uli Wielandt von Hessen Kassel wurde schon früh ein Anfang gemacht. Ihm ist die berufliche Existenz wichtiger als ein großer Vertrag, und die erhält er in Freiburg. Er soll der ruhende Pol einer Abwehr sein, die schon jetzt ansprechende Stärke aufweist. Zum Beispiel hat sich der Finne Heikki Turunen dort als Libero ausgezeichnet entwickelt und Thomas Schneider ist ein verlässlicher Vorstopper geworden, nachdem "Otto" Oettle wegen Verletzung in der entscheidenden Phase der Meisterschaft ausfiel und wohl erst in der nächsten Saison wieder einsatzfähig ist.

Mit besonderem Stolz blickt Trainer Lutz Hangartner auf seine jungen Verteidiger Streich, Enderle und neuerdings Brunner - ein Talent, das sich in den letzten Meisterschaftsspielen in die erste Garnitur vorarbeitete. Mit dem erfahrenen Feißt hat der FFC einen weiteren Verteidiger in der Hinterhand. Für das Mittelfeld wurde der junge Villinger Günther Seidel verpflichtet, der die erfahrenen Derigs, Respondek und Schüler, die alle Zweitligaerfahrung haben (wie auch Torhüter Dotzauer - nach dem großen Talent Michael haas die Nummer zwei), Wielandt, Oettle und Schneider ergänzen soll. In diesem Bereich kann Hangartner zusätzlich auf Bassemir und Bühler zurückgreifen.

Die Probleme des FFC lagen in der letzten Saison im Angriff. Dort genügte auf Dauer nur Wuchrer den Anforderungen, während Brämer, Zürn und Fritz Haas nur periodisch genügende Leistungen brachten. Schußkräftige Spitzen aber sind die Voraussetzung dafür, daß der FFC in der kommenden Saison entweder in der zweiten Bundesliga oder aber auch in der Oberliga wettbewerbsfähig bleiben kann.

Einer der Trümpfe, die der FFC in der Aufstiegsrunde einsetzen kann, ist die hervorragende Moral der Mannschaft, zu der Trainer Lutz Hangartner in mühsamer Aufbauarbeit mit psychologischem Geschick viel beigetragen hat.  Dieter Derigs, mit 15 FFC-Jahren der "Dienstälteste" und Kapitän der Mannschaft, nach Erringung der Meisterschaft: "Ich bin überglücklich. Diese Meisterschaft ist für mich der größte Erfolg in meiner Laufbahn. Und die Kameradschaft in unserer Truppe ist Spitze. Das sind Spieler, die sich freuen können, und in einem solchen Kreis spielen zu können, macht Spaß. Wir haben und als graue Maus durchgerungen, und von Spiel zu Spiel stieg die Begeisterung."


Lutz Hangartner wog die Chancen vorsichtig ab: "Ich gehe davon aus, daß wir in der Aufstiegsrunde gelassen spielen können, denn wir haben alles erreicht, was wir eigentlich gar nicht erwarten konnten. Die Nervenbelastung in der Aufstiegsrunde ist nicht mehr so groß wie in der Schlußphase der Meisterschaft. Das Bewußtsein, nicht unbedingt aufsteigen zu müssen, kann leistungsfördernd sein. Und eine Außenseiterrolle lag uns in dieser Saison schon einmal gut."

Das Beste aus der Situation zu machen, ist das Ziel des FFC, der sich von der Aufstiegsrunde neben dem sportlichen Erfolg auch finanziell etwas verspricht - vor allem vom Schlagerspiel gegen 1860 München am 9. Juni.


Hinweis: Quelle der nachfolgenden Spielberichte und Fotos:  Badische Zeitung und Kicker-Sportmagazin


 1. Spieltag, 27.05.1984,  Freiburger FC - FC 08 Homburg  1:1

Vorbericht  KICKER-Sportmagazin vom 24.05.1984

Spielbericht  KICKER-Sportmagazin

Spielbericht  Badische Zeitung

Ergänzungsbericht  KICKER-Sportmagazin

 

Homburgs Torwart Scherer in Erwartung eines Torschusses von FFC-Kapitän Dieter Derigs


 2. Spieltag, 30.05.1984,  VfR Bürstadt - Freiburger FC  3:2

Spielbericht  KICKER-Sportmagazin

Spielbericht  Badische Zeitung


 3. Spieltag, 02.06.1984,  TSV 1860 München - Freiburger FC  4:2

Spielbericht  Badische Zeitung


Ergänzungsbericht  Badische Zeitung

Spielbericht  KICKER-Sportmagazin


Ergänzungsbericht  KICKER-Sportmagazin


Heikki Turunen (dunkle Hose) im Zweikampf mit Jürgen Korus (1860 München)


 4. Spieltag, 09.06.1984,  Freiburger FC - TSV 1860 München  4:1

Vorbericht  KICKER-Sportmagazin vom 07.06.1984

Spielbericht  Badische Zeitung

Spielbericht  KICKER-Sportmagazin

Ergänzungsbericht  KICKER-Sportmagazin


5. Spieltag, 16.06.1984,  Freiburger FC - VfR Bürstadt  1:2

Vorbericht  KICKER-Sportmagazin

Spielbericht  KICKER-Sportmagazin

Spielbericht  Badische Zeitung


Ergänzungsbericht  KICKER-Sportmagazin
 


Ergänzungsbericht  Badische Zeitung


6. Spieltag, 24.06.1984,  FC Homburg - Freiburger FC  4:1


Spielbericht  Badische Zeitung


Spielbericht  KICKER-Sportmagazin


Schlußtabelle: 

Platz Mannschaft Spiele Tore Diff. Punkte
1. FC 08 Homburg 6 15:6 +9 11:1
2. VfR Bürstadt 6 11:8 +3 7:5
3. Freiburger FC 6 11:15 -4 3:9
4. TSV 1860 München 6 7:15 -8 3:9


Damit stiegen der FC Homburg und der VfR Bürstadt in die zweite Bundesliga auf.


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