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Erstes internationales Fußballturnier der Landesmeister in Turin 1908


italienische Sportzeitschrift «La Stampa Sportiva» Ausgabe Nr. 16 vom 19. April 1908

Artikel frei übersetzt von Dr. Massimo Casu

Das erste internationale foot-ball Turnier

wird heute, 19. und morgen 20. auf dem Turiner Sportplatz stattfinden.

Vier Nationen stehen bevor: Frankreich, Deutschland, Schweiz und Italien

Der "F. C. Turin" wird die italienischen Farben verteidigen

Drei Meistermannschaften:

"Union Sportive Parisienne"
"Freiburger Fussball Club"
"Servette Football Club"

Heute und Morgen werden wir auf dem Turiner Sportplatz den Epilog einer ganz langen und arbeitsreichen Organisation unseres Turniers sehen, Arbeit, mit Verstand und Seele von enthusiastischen sportsmen und zutiefst kompetent, haben sich die elf Mitglieder des Organisationskomitees zwei Monate lang diesen genauesten Aktivitäten gewidmet, und zwar die Herren G. Verona (Präsident), Dick A., Varetti, Schoembrod, Ing. Gamba, Dr. Secondi, Berardo, G. C. Corradini, G. Maccagno, und die unermüdlichen Sekretäre Bollinger und Hess.
Ein solch monströses Ereignis auf dem Gebiet des Fussball-Spiels geschaffen zu haben, ein Ereignis, daß - wir wiederholen - bis heute in keiner anderen Art und Weise in Italien oder im Ausland stattgefunden hat; es geschafft zu haben, die besten Kräfte der vier großen Nationen für dieses vorbildliche Turnier zusammenzurufen: Frankreich, Deutschland, Italien und Schweiz, ist eine wohlverdiente Genugtuung für diejenigen, die mit sorgfältiger Akribie diese erste sportliche Zusammenkunft in Italien von großer internationaler Bedeutung entworfen und organisiert haben.


An wen die Goldplakette?

Wem wird die höchste Ehre zuteil, für den eigenen Klub, für die eigene Nation, diesen Schmuck zu tragen, diese größte Arbeit der renommierten Turiner Firma Musy, Vater und Söhne, geprägt von viel Leidenschaft und wunderschöner Ästhetik? Für uns kann jede dieser vier ausgezeichneten Mannschaften, mit deren unbestrittenen Wert, den ersten Platz erringen. Ist das sicher für Italien? Nichts ist unmöglich! Sicher, es wird ein langer Kampf und ein harter Sieg werden. Folglich, falls von uns eine Vorhersage auszusprechen erlaubt sei, so wäre unserer Meinung nach der Foot-ball Club Servette aus Genf diejenige Mannschaft, die die Liste unseres großen Turniers anführen wird, die, derzeitig die beste Schweizer Mannschaft - die Heimat der größten foot-ballers - die Mannschaft gewann die Schweizer Meisterschaft 1907, und hat alle Möglichkeiten sich diese auch für 1908 zu sichern.
In Italien, dessen nationale Ausscheidungen den F. C. Turin als Sieger hervorbrachte, präsentiert sich in guter Verfassung mit starken internationalen Spielern, wie die restlichen konkurrierenden Mannschaften, deren echte nationale Elemente wir kurz, aber genau, auf den folgenden Seiten präsentieren werden.

Foto: Alfredo Dick, Präsident des F. C. Turin und Vize-Präsident des Organisationskomitees des Internationalen Football Turniers benannt von der Stampa Sportiva.

Sehen wir uns jetzt tatsächlich die Zusammenstellung der einzelnen Mannschaften an:

Union Sportive Parisienne

Schille, Linnay, Rouxel, Dutschler, A. Davion, Willy, Robert, Royet, Koopmann, Bouvy, P. Davion.

Im Tor (goal keeper): Schille, Deutscher, der schon Teil der famosen ersten Mannschaft des Espziz war. Er ist derzeitig der beste Tor-Wart von Paris und einstimmig anerkannt.
Dritte Reihe (backs):
Linnay und Rouxel.
Zweite Reihe (half-backs):
Dutschler, Schweizer. Spielte immer als half-back in der schweizer Nationalmannschaft.
A . Davion und Willy, Belgier, waren letztes Jahr Teil der ersten Mannschaft des F. C. Bruyon
Erste Reihe:
Robert, Royet, international, Franzose. Ein sehr schneller und ungestümer forward. In der famosen Zusammenkunft mit der berühmten englischen Mannschaft der Corinthians erzielte er vier goals als Teil der französischen Nationalmannschaft.
Koopmann, Holländer, ist ebenso Teil der holländischen Nationalmannschaft. Bouvy, auch Holländer, international. Der beste Mittelstürmer der momentan in Paris zu finden ist.
O. Davion, Franzose, einer der herausragenden Links-Aussen in Paris.

Die erste Mannschaft der Union Sportive Parisienne wurde ausgewählt, nach Einschätzung von Herrn Espir, französischer Delegierter für die internationale Föderation, dass diese die beste französische Mannschaft darstellt, die den Anmelderegularien dieses Turniers entspricht zwischen dem Gallia-Club und dem Club Athletique du XIV. Man kann sagen, dass es die derzeit beste Pariser Équipe darstellt. In dieser Zeit hat sie den französischen Meister der ersten Kategorie 1907, Racing-Club de France, in zwei Partien geschlagen: die erste mit 6:2, und die zweite mit 5:7.

Am 2. Februar dieses Jahres gewann sie glamourös gegen den Meister der Normandie, l'Havre Sports, in England mit 9 goals zu Null, erhob sich ein wahrer Enthusiasmus mit schönem und klassischem, genauen Spiel seiner Stürmer. Dieses, in Kürze, ist der ausgezeichnete Leistungsstand des Klubs, der nach Turin kommt, um die französischen Farben zu verteidigen.

Foto: Die erste Mannschaft des Football Club Turin, ausgewählt für dieses Internationale Turnier der Stampa Sportiva.

Servette Football Club aus Genf

Zusammensetzung der I Mannschaft:
Dreyfuss, Wieland (Kapt.), Henneberg II, Zanello, Ruegg, Ryser, Tomeret, Hennberg I, Netto, Fray, Graupner.
Auswechselspieler: Levy, Renaud.

Dreyfuss (Torwart): Spieler der Schweizer Nationalmannschaft. Der ruhigste, der fähigste, weniger nervös als alle anderen Schweizer goal-keeper. Mit mittlerer Statur, für seine Wissenschaft des Spiels ist er einstimmig zum König der goal-keeper getauft worden. Wieland (Kapitän der Mannschaft): er besitzt einen potenten Schuss und eine außergewöhnliche geistige Präsenz, spielt bemerkenswert mit dem Kopf.
Henneberg II: Spielt in der schweizer Nationalmannschaft. Bildet mit Wieland das beste Duo der Drittreiher der Schweiz. Besitzt ein Spiel von solcher Finesse und hat unvergleichliche Fähigkeiten. Er spielt seit sieben Jahren in der ersten Mannschaft des Servette F. C. Die Dribbler haben sich nichts zu erhoffen gegen diese beiden backs.
Zanello: ein Spieler mit vielen Möglichkeiten. Kann den Ball sehr gut annehmen und passt perfekt seinen Vorderleuten, Spieler mit eiskaltem Verhalten. Seit fünf Jahren ein Servettianer.
Ruegg: ehemaliger Spieler des F. C. Young Fellows aus Zürich. Es fehlt an Schnelligkeit, ersetzt diesen Mangel aber mit größten Aktivitäten im Spiel.
Ryser: bevorzugt die dritte Reihe, obwohl ein exzellentes Element, hält aber bewundernswerterweise die Position des unermüdlichen half-back. Seit dieser Saison ein Servettianer, und es ist sicher, dass er noch viele Jahre in der ersten Mannschaft des Servette F. C. bleiben wird.
Graupner: gewaltiger Spieler mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, seine wunderbaren Läufe ins Zentrum von links und seinen exzessiv sicheren Schuss.
Frey: der härteste Spieler der Mannschaft, exzellentes Element. Findet immer die Mitte, um Tore zu erzielen. Koordiniert sich bewundernswert mit seinen beiden Kollegen rechts und links. Netto: er ist der gefährlichste Spieler seiner Mannschaft mit seiner Geschwindigkeit. Dribbler mit großem Verdienst, er spielt nicht nur für sich und hält seine Position in bewundernswerter Weise. Schiesst auf das goal aus allen Positionen.
Henneberg I: er ist der älteste Spieler der Mannschaft. Es sind acht Jahre, in denen er das Genfer Hemd überzieht ohne jemals aufgehört zu haben, zu spielen. Er war ein famoser Drittreiher, jetzt spielt er wunderbar in der ersten Reihe.
Tomeret: er ist schnell und sicher in seinem Spiel, und hält in bewundernswerter Weise seine Position, an die er sich seit vielen Jahren gewöhnt hat.
Levy (erste Ergänzung): exzellenter half-back. Arbeitet und arbeitet am bestem unter Anstregung.
Renaud (zweite Ergänzung): spielte letztes Jahr hervorragend im Finale der Schweizer Meisterschaft.
Quären (dritte Ergänzung): er ist der Kapitän der zweiten Mannschaft des Servette F. C.; er ist sehr wertvoll und hat einen guten Schuss.

Die Mannschaft des Servette F. C. brilliert mit großer Homogenität in unterschiedlicher Art. Diese Mannschaft kann für sich den größten Erfolg in Anspruch nehmen und an seinen guten Tagen verteidigt sie nicht nur glanzvoll, sondern attackiert noch viel besser. Die Genfer Mannschaft zeigt die Klauen speziell, wenn sie starke und energische Gegner vor sich hat. Das ist unser Fall!

Foto: Bollinger, der junge Kapitän des F. C. Turin, eifriger Sekretär des Förderkomitees des Turniers.

Auf den kommenden Seiten ist die Fortsetzung der Zusammenfassung der Mannschaften und deren einzelnen Spielern, die an diesem Turnier teilnehmen, zu sehen.

Gesammelte Nachrichten (Italien und Ausland)

Sonntag 5. April in Basel fand die sensationelle schweizer-deutsche Zusammenkunft zwischen den beiden respektierten nationalen Mannschaften statt. Aufstellung der Schweizer: Dreyfuss (der famose Genfer goal-keeper des F. C. Servette); Henneberg (Drittreiher des F. C. Servette), Hug; Strauss, Megeoz, Lehmann; Rubli, Pfeiffer, Kämpfer (sehr gut dem turiner Publikum bekannt), Isenegger, Kobelr. Nach einem Spiel mit heftigsten Auseinandersetzungen gewannen die Schweizer mit fünf goals zu drei.

Für die Berichterstattung fügen wir hinzu, daß dies bereits das vierte schweizer-deutsche match war, das ausgetragen wurde. Eine deutsche Mannschaft, hauptsächlich mit Spielern aus dem Süden Deutschlands zusammengesetzt, ließ sich bereits 1908 in Basel mit drei goals zu eins schlagen.
Bereits 1900 in Strassburg nahmen sich die Deutschen den Sieg und triumphierten mit zwei goals zu Null. Im Jahre 1901 in Landhof schließlich blieb die schweizer Nationalmannschaft ebenso erfolglos mit 7 Punkten zu 5. Mit dem diesjährigen Sieg hat die Schweiz das Gleichgewicht wieder hergestellt.

Das große jährliche match Berlin-Wien, das am Tag 5 in Berlin stattfand, holten sich die Wiener einen schönen Sieg mit 3 goals zu 1.

Die Unione Sportiva Milanese findet sich für die Osterfeiertage in Lausanne ein. Sie wird am Sonntag gegen Moutriond und am Montag gegen eine gemischte schweizer Equipe spielen.

Auf dem Sportplatz des Sankt Eusebio werden sich am Sonntag, den 12., die Mannschaften des Foot-ball Club Veloce und des Klubs Excelsior zur Austragung der bieler Meisterschaft 1908 mit Goldmedaillie gegenüberstehen. Die Spiele, mit Leib und Seele durchgeführt, schlossen mit dem Sieg des Club Veloce mit 4 goals zu Null.

Foto: Die erste Mannschaft des F. C. Servette aus Genf, Schweizer Bundesmeister, hoch gelistet in unserem Turnier. (Fot. Marché, Genf)

Freiburger Fussball Club

Kleber, Diemer, Falschlunger, Bodenweber (Kapt.), Glaser, Hunn, Hase, Burkart, Gibbs, Fink, Lichtenberg.

Die Mannschaft des Freiburger Fussball Club, die delegiert wurde, um Deutschland bei unserem großen Turnier an Ostern zu repräsentieren, ist die bekannteste der deutschen Equipes. Es war letztes Jahr, als sie den höchsten Ruhm errang und ihr die größte Ehre zuteilwurde: die deutsche Meisterschaft, nach einer historischen Tournee quer durch ganz Deutschland.
Falls der Verlust von vier seiner besten Elemente nacheinander diese Meistermannschaft etwas geschwächt hat, so konnte sie scheinbar in der aktuellen Saison die vakanten Positionen trotzdem mit anderen optimalen Charakteren besetzen. Auch in diesem Jahr steht sie unter den Erstgenannten für die deutsche Meisterschaft. Sehr bemerkenswert ist das Kontingent an Intellektuellen in diesem Team. Tatsächlich finden wir fünf Universitätsstudenten, zwei Professoren, ein Künstler und drei Bankangestellte.

Hier nun die Details der einzelnen Elemente, die die Mannschaft des Freiburger Fuss-ball Club formen, die am 19. des aktuellen Monats hier in Turin spielen werden.

Kleber (Torwart): Schüler des renommiertesten deutschen goal-keeper Dr. Gilly. Er hat perfekt das Spielsystem von ihm erlernt. Kleber spielt in dieser Saison das erste Mal in der 1. Mannschaft des Freiburger Fuss-ball Club, nach dem Abgang des Dr. Gilly. Er studiert Jura.
Diemer: er machte seine ersten Übungen im foot-ball am Gymnasium im Konstanz, seiner Geburtsstadt. Im Folgenden spielte er in der ehemaligen Meistermannschaft des Verein für Bewegungsspiele Leipzig, wo er sich zunehmend in diesem Sport perfektionierte. Er besetzt nun in dieser Mannschaft die Position des rechten back. Seine grosse Fähigkeit besteht in der außergewöhnlichen Sicherheit, die Bälle der gegnerischen Pässe an die Stürmer unter Kontrolle zu bringen. Er ist Student der Philologie.
Falschlunger: seit fünf Jahren spielt er in der 1. Mannschaft des Freiburger Fussball Club. Er ist einer der fähigsten Elemente. Er hat an allen wichtigen Partien der deutschen Meisterschaft teilgenommen, ebenso spielte er in den internationalen matches gegen Slavia Prag, Sparter Prag, New Castle United, Birmingham, Hertha Berlin, VfB Leipzig, etc. Spielt in der dritten Reihe links.
Bodenweber (Kapitän): spielt seit 7 Jahren in der 1. Mannschaft. Zusammen mit Hunn ist er der ausdauerndste Spieler der Mannschaft. Er besitzt eine außergewöhnliche Technik als rechter half-back und eine gute Geschwindigkeit. Er wurde für diese Saison von der 1. Mannschaft zum Kapitän gewählt. Er ist Bankangestellter.
Glaser: er spielt seit zwei Jahren in der 1. Mannschaft; er ist noch eine junge Kraft, aber er hat das Recht auf alle Hoffnungen. Er besitzt einen herrlichen und potenten shoot und man erwägt ihn als elegantesten Spieler der 1. Mannschaft. Er ist Chemiestudent, und er belegt die wichtige Position im Zentrum der zweiten Reihe.
Hunn: er ist seit 10 Jahren in der 1. Mannschaft, und man kann sagen, dass er heute immer noch die Seele des Freiburger F. C. ist. Er ist der beste linke half-back Süd-Deutschlands. Seine Fähigkeiten der Kopfstöße sind verblüffend. Er ist Ehrenmitglied. Von Beruf ist er Professor am Gymnasium in Ettlingen.
Haase: er ist seit drei Jahren in der ersten Mannschaft. Er besitzt eine gute Technik im Spiel und einer absoluten Sicherheit im Schuss. Wenn er sich weiter perfektioniert, kann er durchaus den ersten Rang der deutschen forwards erklimmen. Als Spieler auf dem rechten Flügel lässt einen erstaunen. Er ist Student der Philosophie.
Burkart: es sind bereits sieben Jahre, die er innerhalb der ersten Mannschaft verbracht hat. Er ist einer der besten Stürmer Deutschlands. Alle guten Qualitäten eines forwards konzentrieren sich in ihm. Er war in der vergangenen Saison der Kapitän der ersten Mannschaft. Beruf: Bankangestellter.
Gibbs spielt erst seit dieser Saison in der ersten Mannschaft. Führte sein sportliches Praktikum in England durch. Auch seine Kopfstöße sind wunderbare Dinge. Greift mit einer bewundernswerten Ruhe an. Er ist Professor an der Universität von Heidelberg. Besetzt mit großem Vertrauen den Posten des zentralen forward.
Fink, wie Gibbs, ist erst seit diesem Jahr in der Mannschaft. Spielte vorher in der ersten Mannschaft des F. C. Pforzheim. Er besitzt eine glänzende Technik, was den Ball betrifft, und er hat einen sicheren und potenten Schuss auf das goal. Von Beruf ist er Künstler. Lichtenberg: seit drei Jahren in der ersten Mannschaft, er ist ein fertiger forward. Sein eleganter Fussball, sein großes Wissen des Kombinationsspiels ist erstaunlich. Er ist Bankangestellter.
Stöhrmann (Ersatzspieler): spielte vorher beim Karlsruher Fussball Klub Phönix, und erst seit einem Jahr verstärkt er die Freiburger. Sei es als half-back oder als forward, er ist ein sehr guter footballer: er hat eine essentielle Technik im Spiel, und er ist sehr resistent. Er ist Beamter im Finanzministerium.

Foto: Die erste Mannschaft des Freiburger F. C., die die deutschen Farben verteidigen werden. (Fot. Marché, Genf)

F. C. Turin

Mac Queen, Bollinger, Frey, Diement, Rodgers, Zuffi s., Squair, Zuffi j., Debernardi, Pozzi, Jaquet.

Mac Queen (Engländer): er ist der beste Torwart, der momentan in Italien existiert. Sein Blick auf das Spiel ist außergewöhnlich, leitet es von seiner großen Ruhe und seinem enormen kalten Blutes ab, das er in der rüdenen englische Schule erlernt hat. Für vier Jahre hatte er den Posten als Torwart in einer renommierten Londoner Mannschaft inne. Eine seiner Spezialitäten ist das Parieren der Elfmeter. Die fünf penalty, die in der letzten Saison diversen Mannschaften vergeben wurden, ließ er keinen passieren. Privat ist er Professor für Sprachen an der "Berlitz School of Languages".
Bollinger: wer ist der sportsman, der diesen famosen und unermüdlichen Drittreiher nicht kennt? Er ist seit 2 Jahren Kapitän der ersten Mannschaft. Spielte die Jahre davor in der ersten Equipe der F. C. Young Boys aus Basel, ebenfalls als Kapitän. War Teilnehmer des internationalen match Frankreich-Schweiz vor drei Jahren in Paris. Sein System, den Ball aus irgendeiner Position zu schlagen, kommt immer an, sogar seine Geschwindigkeit ist wunderbar. Er hat eine sehr gute Spieltechnik, und kann sich als besten back Italiens bezeichnen. Bollinger ist der eleganteste Spieler der Mannschaft. Die Chance, ihn dribbelnd zu passieren, ist geradezu ausgeschlossen.
Frey: er ist erst seit dieser Saison in der Mannschaft des F. C. Turin. Er hat seine ersten Partien für den Excelsior F. C. aus Basel gespielt. Spielte zuvor acht Jahre lang für den Mediolanum aus Mailand im zentralen Mittelfeld. Besetzte diesen Posten auch beim F. C. Lyon während den französischen Meisterschaften 1903-1906 und bei Olympique aus Marseille, unterstützte im Sieg um die Küstenmeisterschaft 1905. Auch die Lazio (Fussball-Meister von 1907) hatte mit Frey seinen besten foot-baller. Er hat einen potenten und sicheren Schuss, spielt ausgezeichnet in der Verteidigung wie im Angriff, und hätte er nicht diesen Defekt - wenn man es so nennen will - er spielt manchmal gewaltsam, so hat er alle guten Qualitäten für einen perfekten Spieler des foot-ball zu sein.
Zuffi I: erst seit diesem Jahr in der ersten Mannschaft des F. C. Turin und hat das Recht auf alle Hoffnungen. Er besitzt einen sehr harten shoot und ist ein harter Knochen mit seinem Gegner. Er ist im väterlichen Haus angestellt. Zuffi war bereits als forward Teil Mannschaft des alten Turiner Foot-ball Club.
Rodgers: als zentraler half-back ist er der Blutegel der Mannschaft. Unzertrennlich, immer überall, er holt sich den Respekt von jeglichem Gegner. Er bedient vorzüglich die forwards und formt zusammen mit seinem Partner Driment ein gewaltiges Duo an half-backs. Roders ist zunächst mal ein guter Dribbler, und es ist schwer ihm vom Ball zu trennen, er spielt hervorragend mit dem Kopf. Er war Spieler des berühmten Nottingham F. C.
Diment: wenn er jünger wäre als sein Kollege Rodgers, würde man ihn als dessen Schüler bezeichnen, da sein Verteidigungssystem dem von Rodgers gleicht. Er erobert den Ball in einer wunderbaren Weise und bedient vorzüglich die erste Reihe. Er widersteht jedem und besitzt ein bewundernswertes Spiel. Spielte 4 Jahre in der ersten Mannschaft von F. C. New Castle.
Squair: wenngleich er der Kleinste der Mannschaft ist, so zeigt er meisterhaft seine Arbeit auf dem rechten Flügel, seine Renngeschwindigkeit ist hervorragend. Die Dribblings sind prächtig, und er lässt sich nicht einschüchtern, wie gross oder klein sein Gegenspieler ist. Er war ebenso Mitglied des F. C. New Castle.
Zuffi II: Bruder des half-back und spielt seit 3 Wochen auf der Position des Stürmers. Sein ruhiges und präzises Spiel verspricht viel Gutes. Er besitzt einen sehr harten und sicheren Schuss und vor allem spielt er mit seinem rechten und linken Mitspielern hervorragend zusammen.
Debernardi: Seit 2 Jahren gehört er der Mannschaft an. Seine Geschwindigkeit sowie sein mächtiger und sicherer Schuss sind weit bekannt. Er war einer der ersten Turiner foot-baller.
Pozzi: sein Spielraum ist im Zentrum fast doppelt so groß, spielt mit einer Wissenschaft und Technik eines Champions. Spielte diese Position auch in der 1. Mannschaft des F. C. Servette in Genf. Sein sicherer Schuss ist sehr mächtig und gibt auch dem cleveren Torhüter zu denken.
Jaquet: auf der linken Seite zeigt er Schwächen, spielt dennoch sehr stark im Zentrum. Er besitzt einen sehr harten Schuss und unterstützt fast immer die erfolgreichen Angriffe seiner ersten Reihe durch seine hervorragende Pässe aus dem Zentrum. Es stimmt, dass er dieses Jahr nicht viele Möglichkeiten des Trainings genutzt hat, aber Jaquet hat alles, um in Kürze ein perfekter Spieler zu werden.

G. C. Corradini

Das Publikum

Es wird eine wahre Publikumsflut erwartet, die jeden freien Platz des großen Turiner Sportplatzes (Motovelodromo Umberto I) besetzen wird. Es ist nicht alltäglich, solche sportlichen Leistungen von hohem moralischem Wert zu erleben.

Die Gegner

Jeder, der sich ein wenig mit den aktuellen internationalen foot-ball befasst hat, weiß, welche Feindseligkeit auf den Plätzen des Fussballsports zwischen Deutschland und Frankreich herrscht und noch spezieller zwischen Deutschland und der Schweiz. Die Schweiz, Sieger über die deutsche Nationalmannschaft am 5. diesen Monats April bei der glamourösen Zusammenkunft in Basel, bei dem sich, trotz eines unglaublichen Regens, über vier Tausend Zuschauer einfanden und eine Revanche der Deutschen erwarteten. Und, die Schweiz verlor einen Monat zuvor gegen die französische Nationalmannschaft in Genf. Wird in Turin die Revanche des starken F. C. Servette, die Schweizer Meistermannschaft, gegen Union Sportive Parisienne markiert?
Zwei Revanchen also zwischen den gegnerischen Nationen Schweiz über Frankreich und Deutschland über die Schweiz.
Und Italien? Italien könnte keinen besseren Verteidiger haben als den F. C. Turin.
Wie sich auch die Granatenhemden präsentieren, sie haben einige Siegchancen. Sie könnten sich auf jeden Fall den zweiten Platz sichern. Das ist der herzliche Wunsch der großen italienischen Sportmasse, die eifrig aber zuversichtlich diesen Feuertest unserer Repräsentanten entgegensehnen.
In der nächsten Ausgabe werden die Ergebnisse der großen Zusammenkünfte und - wenn die Zeit, wie wir fest hoffen - eine reichliche Illustration dieses großen Ereignisses darbieten.

Der Turiner Sportplatz

Für zwei Tage wird der Eingang des Turnier Sportplatzes mit Flaggen und Bannern der vier Nationen geschmückt, die an den großen matches teilnehmen. Um den eleganten Rasen herum werden unzählige Bank- und Sitzreihen zur Verfügung gestellt, um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, so nah wie möglich den interessanten Begegnungen beizuwohnen.

Die goldene Plakette und der Gemeindepokal von Turin

Die reichen Trophäen, die in erster Linie für die beiden Erstplatzierten bestimmt sind, d.h. die Goldplakette “Stampa Sportiva”, eine ausgezeichnete, künstlerische Meißelarbeit, und der vergoldete Silberpokal, eine Spende der Stadt Turin, werden in den nächsten Tagen, wegen dem Turnierwettkampf, in den zauberhaften Vitrinen der Casa Bianchi, unterhalb der Arkaden der Piazza Castello, ausgestellt.
Alle können sich nun von dem Wert unserer Auszeichnungen persönlich überzeugen.

Das Bankett - ausgerichtet von der “Stampa Sportiva”

Es findet morgen, Sonntag der 19. um 19:12 Uhr statt, im Salon des Ristorante Molinari zu Valentino im Palast der “Automobilausstellung und der schönen Künste”. Das Bankett wird von unserer Zeitung dem Organisationskomitee und allen Beteiligten des Turniers der vier teilnehmenden Mannschaften angeboten.
Aber, um dem Wunsch der vielen Liebhaber des Fussballs und ihrer Champions nachzukommen, beschloss das Komitee, dass auch Unbekannte des Turniers an dem Bankett teilhaben zu lassen.
Die Teilnehmer des Banketts erreichen schnell das Ristorante Molinari (Piazza Solferino und Station Porta Nuova).

Und wenn es regnet?

Weit weg von uns ist dieser Gedanke! Auch wenn der Regengott Jupiter stur auf seine unangenehmen Wassergeschehen beharren sollte, werden wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der Sport kennt keine Hindernisse, und wer den Sport wirklich liebt, lässt sich durch ein bisschen Sprühregen nicht beeindrucken. Die matches werden bei jeglichem Wetter ausgeführt. Wir sind sehr zuversichtlich, fast schon sicher, dass die Sonne bei diesem grandiosen Sportfest nicht fehlen wird.

Die Spielbälle Vigo

Wir lieben es, uns zu wiederholen. Die Spielbälle, mit denen die wichtigsten matches durchgeführt werden, sind durch eine herrliche sportliche Geste der Sportartikelfirma Vigo und C. aus Turin gespendet worden. Diese football werden durch eine bekannte englische Spezialfirma hergestellt.
Die Marke Tuphine, für den restlichen Spiele, ist in Italien bereits bestens bekannt, die jedem Mitbewerber aufgrund der soliden Herstellung und der Güte des Materials aufgezwungen wurde. Es zeigt sich, dass die hauptsächlichen foot-ball clubs Italiens dieses exzellente Produkt bereits angenommen haben, das durch den einzigen Repräsentanten Italiens, dem sportman Herrn Vigo, der immer seine bedingungslose Unterstützung für seriöse und großartige Sportereignisse gibt.

Das Finale der italienischen Ausscheidungen

Das match F. C. Turin - F. C. Juventus Nach einem epischen Kampf während einem schweren und düsteren Regens griffen sich die Granathemden die hohe Ehre, die italienischen Farben im 1. Internationalen Turnier der Stampa Sportiva zu verteidigen. Das schreckliche Wetter will uns den ganzen Tag verderben, von morgens bis abends. Keine Anzeichen eines Waffenstillstandes! Jedoch haben sich ca. zweihundert Personen, die dem schlechten Wetter trotzten, gegen 15 Uhr des vergangenen Sonntages auf dem Sportplatz eingefunden. Der Platz war schwer, sehr wässrig. Um 15:30 Uhr lies der referee, der bekannte Mr. Dègèrine, speziell für dieses sehr wichtige match aus Genf anreisen lassen, die Mannschaften auf das Feld bitten und übergab den Spielball, der fünfte der Serie Vigo.

Hier die Namen der Spieler.

F. C. Turin: Mac Queen; Bollinger - Frey; Diment - Rogers - Zuffi; Squavi - Zuffi junior - Debernardi - Pozzi – Jaquet.

F. C. Juventus: Durante; Armano - Mastrella; Nay - Colombo - Hess; Aimone - Borel - Goccione - Moschino - Donna.

Mit dem Anspielsignal rollt der Ball langsam zu Boden. Die Stürmer von Juventus nahmen den Ball für sich ein und mit einer schnellen Flucht nach vorne, erzielte der sehr schnelle Donna ein goal. Allgemeine Überraschung. Im Publikum, wo die Anhänger des Juventus in großer Überzahl sind, explodiert ein enthusiastischer Applaus. Das Spiel läuft weiter. Und es dauert nicht lange, eine Viertelstunde etwa, da schlug Rogers einen zauberhaften Eckball, den Pozzi, vom F. C. Turin, mit einem fabelhaften Kopfball den ersten Punkt für seinen Club sicherte. Das Spiel fuhr sehr bewegt fort, teilweise wild und ungestüm, lobenswerterweise aber immer wieder ausgebremst durch den optimalen Dègèrine. Gegen Ende dieser ersten Halbzeit kamen die Stürmer des F. C. Turin, aufgrund einer fatalen Unentschlossenheit eines Drittreihers der Juventus, in die Nähe des gegnerischen Tores und nach einem schnellen Pass Zuffi-Debernardi wurde der Ball von letzterem über die Torlinie gebracht. Die zweite Halbzeit brachte keine Veränderung des Resultates dieses matches. Der F. C. Turin sicherte sich somit den Sieg mit zwei goals zu einem. Verkehrter Sieg, aber verdient. Eine gewisse Vorherrschaft insgesamt der Granathemden musste man erkennen, speziell in der Abwehr. Die vier Spieler: Bollinger, Frey, Rodgers und Diment waren bewundernswert in Präzision und Geschwindigkeit, wirkliche Champions des foot-ball! Gut auch Nay und Hess von der Juventus. Aber die Reihen der Stürmer, beide schwach und unsicher, speziell die der Juventus. In der zweiten Hälfte markierte Goccione von der Juventus ein goal in wenigen Schritten. Auch beide Torhüter spielten bewundernswert. Dègèrine, Kapitän des F. C. Servette, einer der besten Schweizer Schiedsrichter, der seinen öffentlichen und schweren Job weise und mit unparteiischer Ernsthaftigkeit durchgeführt hat.


italienische Sportzeitschrift «La Stampa Sportiva» Ausgabe Nr. 17 vom 26. April 1908

Artikel frei übersetzt von Dr. Massimo Casu

Der organisatorische Erfolg unseres ersten internationalen foot-ball Turniers

«F. C. Servette» aus Genf gewinnt die Goldtafel.

An den «F. C. Turin» der zweite Platz und der Pokal der Stadt Turin.

Die grösste Zusammenkunft des geliebtes foot-ball wurde durch ein imposantes Publikum eingeweiht.

Vollständige und elegante Organisation.

Sportliche Kameradschaft.

Das Bankett und die Empfänge.

Eine weitere grossartige und epochale Kundgebung, ein weiterer internationaler Wettbewerb, gut gestaltet, gut organisiert und ernsthaft beurteilt, erfüllt es den Journalisten mit Stolz und Ehre über dieses regionale Ereignis in der Zeitung «La Stampa Sportiva» zu berichten.

Der journalistische Gegner, die Organisatoren von offiziellen Grossveranstaltungen im Namen der Vereine und Gesellschaft, die Bewunderer des Sports und die Enthusiasten des Fussballspiels, haben seit Beginn der Arbeiten bis heute die Bedeutung dieses Ereignisses privat wie öffentlich ihre tiefste Zufriedenheit mit dem erreichten Ergebnis zum Ausdruck gebracht.

Dank derer, die es organisiert haben, ist es heute unsere erste Pflicht, ein ehrliches Dankeschön an unsere Mitarbeiter zu richten, die mit grösstem Engagement ihre zugewiesene Arbeit durchgeführt haben. Sie hatten jede sportliche Frage vergessen, bei der sie vorher vielleicht nicht immer in vollem Einvernehmen waren, aber sie antworteten einstimmig und enthusiastisch auf unsere erste Einladung.

Das von unserer Zeitung neue Kreuzemblem ist voll und ganz dem Fussball gewidmet, der uns schon seit einiger Zeit das Vergnügen bereitet hat, so viele Enthusiasten kennenzulernen und sie immer wieder, in einer gesunden Art und Weise, versucht hat, dem italienischen Sportpublikum unserer journalistisches Programm zu erklären. Wir konnten nur das Vertrauen derer wecken, die darauf warteten, dass ein externes Unternehmen autonom unter Einhaltung der Föderation und Vorschriften handeln und das internationale Ereignis mutig verbannen würde.

Daher ein Dankeschön an Euch, die Herren Dick, Secondi, Gamba, Schoembrod, Bollinger, Varetti, Hess, Berardo von der gütlichen Zusammenarbeit zugunsten unserer Initiative.

Es ist zugunsten des Sports konzipiert, und dies hat ausserordentliche Erfolge erzielt. Das Fussballspiel, wie alle neuen Sportarten, die sich in unserem Land ausbreiten, braucht diese internationalen Veranstaltungen, um gleichzeitig die Enthusiasten wie die profanen Sportler zu interessieren und von der Güte und Notwendigkeit dieser neuen Veranstaltungen im Freien zu überzeugen, gestaltet durch das Engagement unserer Jugend und denjenigen Lehrern, die die physische Ausbildung bevorzugen, wie den Engländern oder den Schweizern.

Foto: Das Organisations-komitee: v.l.n.r. Dr. Secondi, F. Bollinger, A. Dick (Vize-Präs.), Ing. Varetti, G. Verona (Präsident), G. Hess, Schoembrod, G. C. Corradini. (Foto: Ambrosio – Turin)

Der Fussball hat grosses Interesse bei den Italienern geweckt und die gestrigen Zuschauer in Turin, Genua und Mailand repräsentieren nicht nur die Elite der norditalienischen Sportsfamilie, sondern auch die auserwählte und eleganteste Gesellschaft der drei regionalen Hauptstädte.

In Turin war das Spiel mehr als anderswo hervorragend und zog die Aufmerksamkeit der Sportbehörden des Fussballs auf sich, und alle Verbände waren tatsächlich auf unserer Konferenz vertreten. Als Spektakel ist es gelungen, auf dem Sportplatz eine sehr zahlreiche Menschenmenge vorzüglich zu empfangen, als Sport kann man sich nicht mehr wünschen. Das Organisationskomitee kann daher stolz darauf sein, zum ersten Mal in Europa ein Turnier veranstaltet zu haben, an dem die besten Meister aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien teilgenommen haben. Immerhin urteilen wir selbst über die talentierten Kollegen hinter den Alpen und sagen, ohne Angst vor Ablehnung, dass das, was unsere Zeitung organisiert und erhalten hat, in den italienischen Sportorganisationen keine Beispiele findet, die bis heute aufgezeichnet wurden.

Herr Dègerine, der berühmte Schweizer Schiedsrichter und Chefredakteur der «Foot-Ball Suisse», des berühmten Genfer Sportmagazins, veröffentlichte in der letzten Ausgabe seiner Zeitung einen schmeichelhaften Artikel des Turniers in Turin. Wir reproduzieren einige Passagen:
«Abgesehen von seiner internationalen Bedeutung hat das Turnier in Turin, das von der Zeitung «La Stampa Sportiva» mit grösster Sorgfalt und Pracht veranstaltet wurde, bereits vor seiner Durchführung ein unmittelbares und greifbares Ergebnis erzielt: dass das Turnier die beste italienische Mannschaft benennen durfte, die den Titel des italienischen Meisters tragen muss.»

In solchem Ausmass hält der angesehene Genfer Kolumnist fest, welche bizarreries qui régissent le foot-ball chez nos voisins transalpins («Merkwürdigkeiten, die den foot-ball bei unseren transalpinen Nachbarn regieren» Anm. d. Übersetzers), um über die Aufteilung der Meisterschaften eine Verschwendung der Kräfte abzuleiten, lobt daher die mutige Initiative unserer Zeitung und den überzeugenden Wettbewerb, den das ausgewählte Organisationskomitee ausgeschrieben, und schließt mit den Worten: «Die Arbeit der «La Stampa Sportiva» ist grossartig, hervorragend und verdient bedingungslose Unterstützung und Ermutigung. Die Vereine, die am Sonntag spielen werden, erwarten einen heftigen, leidenschaftlichen und wirklich grossartigen Kampf. Glücklich die Turiner, die die Gunst haben werden, bei diesem sensationellen Turnier mitzuwirken!»

Foto: Herr Buser, Schiedsrichter des Turniers, Präsident der Schweizer Föderation des Foot-Ball, und der Präsident des Organisationskomitees. (Foto: Ambrosio – Turin)

Das Turnier in Turin hat uns dazu gebracht, die Stärke der italienischen Spieler einzuschätzen, und hat uns die Freude bereitet, die Arbeit derer zu würdigen, die bereitwillig für die Begeisterung des Sports eintraten, die Organisation unserer Spiele in die Wege leiteten und versuchen, von den Früchten einer erfahrenen Sportkarriere zu profitieren.

Wir sind doppelt stolz auf das Ergebnis des Turniers, wie unsere Initiative unseren Mailänder Kollegen und den Dirigenten des Fussballsports in Genua nahelegte, etwas Ähnliches zu tun und weitere Länderspiele an ihren jeweiligen Standorten zu organisieren. Wir haben alle für den Triumph des Sports gearbeitet, und obwohl das Fussballspiel von diesen Organisationen einen erheblichen Vorteil genossen hat, werden diese Wettbewerbe, die notwendig waren, um unseren Meistern die Feinheiten der ausländischen Schule besser beizubringen, sicherlich eine grossartige Lektion für künftige nationale Wettbewerbe sein wird.

Auf diese Weise wird es ihnen gelingen, den Sieg zu erringen, den die «La Stampa Sportiva» ihnen auf jedem Feld von ganzem Herzen wünscht.

GUSTAVO VERONA

Der erste Tag

Sonntag 19.

Am Sonntag, ab 15 Uhr, drängelten sich mehr als zweitausend Menschen in die riesige Parterre des Turiner Sportplatzes. An den Eingängen winkten Banner und Flaggen der vier teilnehmenden Nationen, die temperamentvollen Märsche der 25. und 26. Infanterie-Regimenter vervollständigten die festliche Note, die zu dem wichtigsten und interessantesten internationalen Sporttreffen des Jahres einlud, das von zwei warmen und sonnigen Tagen begünstigt wurde.

Alles wurde mit größter Sorgfalt und Eleganz arrangiert. Zwei neue Gehwege verbanden die Parterre mit dem Rasen, wo im mittleren Teil der Seite ein riesiger Anbau mit zahlreichen Stuhlreihen errichtet worden war. In diesem für die Behörden, die Presse und geladenen Gäste reservierten Raum, bemerkten wir am ersten Tag den Kommissar Tacconis, Stadtrat, der den Bürgermeister vertrat; den Herrn Cav. Pralon, französischer Konsul; Herrn Espir, Vizepräsident des internationalen Fussballverbandes; den Marquis Ferrero von Ventimiglia, Präsident des A. C. Italia; den Grafen Barboux, den Herrn Bosisio und eine Schar eleganter Damen und jungen Frauen, die die ersten Frühlingsfarben trugen.

An den Spielen am Montag nahmen ausser den genannten Personen auch noch der Dichter Pastonchi, der französische Vize-Konsul und der Präfekt Kommissar Vittorelli teil.

Um 15:15 Uhr marschierten die vier Mannschaften in einem Akt auf das Podium vor der Tribüne der Behörden, der Presse und des Kinematographen Ambrosio, zwischen dem Applaus des Publikums und den musikalischen internationalen Hymnen. Es ist ein Moment grosser Begeisterung. Zum Klang der Marseillaise brach lebhafter Applaus aus.

Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Personen, die bisher noch nie solche Mengen auf dem Rasen, Bühnen und öffentlichen Plätzen gesehen haben, auf dreitausend beziffert.

Das erste «Match»

Schweiz gegen Deutschland

Mannschaft des Freiburger Fussball Club: Kleber, Diemer, Falschlunger, Bodenweber, Glaser, Hunn, Haase, Burkart, Gibbs, Lichtenberg, Maier.

Mannschaft des Servette F. C.: Dreyfuss, Wieland, Baumberger, Zanello, Ruegg, Ryser, Sydler, Henneberg I, Netto, Marin, Graupner.

Um 15:25 Uhr nehmen diese beiden Mannschaften, Meister Deutschlands und der Schweiz, ihre Positionen auf dem Platz ein.
Um 15:30 Uhr, unter der Leitung des Schiedsrichters Herrn Buser, Präsident der Schweizer Föderation, beginnt das Spiel.

Es war das schönste, interessanteste und klassischste Spiel, das jemals in Italien zu sehen war. Die geordneten Aktionen, wunderbar von beiden Teams vorgeführt, erstaunten durch ihre Eleganz und Präzision. Die Lebhaftigkeit und Ungestümheit der sehr beweglichen und schnellen Genfer passte zu der ruhigen und wunderbaren Gruppe der Deutschen.

Die Schweizer haben den Ball. Mit kurzen, flachen, beherrschten und sehr präzisen Pässen, überwinden die Genfer die zweite Reihe des Gegners, im Zweikampf mit der deutschen Abwehr überwinden sie auch diese und nach vier Spielminuten kommt ein kurzer Pass zu Sydler, der von der äussersten linken Seite in die Mitte vordringt und mit einer einzigartigen Leichtigkeit den Ball im deutschen Käfig unterbringt.

Foto: Der Freiburger Torwart befreite sich oft hervorragend von den schwindelerregenden Angriffen der Genfer. (Foto: Ambrosio - Turin)

Die Deutschen sind überrascht. Ruhig, mit leichten und präzisen Pässen – man zählt kontinuierlich bis zu acht – greifen sie abwechselnd an. Aber die sehr starke Genfer Abwehr, vor allem Wieland, drängt sie zurück.
Der Ball kehrt zu den Schweizer Stürmern zurück, die mit einem sehr schnellen Antritt den Ball von links aussen in die Mitte bringen. Ein deutscher Abwehrspieler will die Richtung mit einem Kopfball ändern, bekommt den Ball aber schlecht zu fassen und jagt den Ball ins eigene Tor. Aber die Deutschen bleiben hart, lassen sich nicht entmutigen. Zwei Tore in 10 Minuten sind nicht viele! Mit einem Antritt, den Maier selbst wunderbar, präzise und zentimetergenau ausführt, sichert Lichtenberg seinem Club ein erstes Tor.
Die Genfer Stürmer antworten mit einem meisterhaften Lauf durch die Mitte, und dem brasilianischen Netto gelingt der dritte Punkt.

Inzwischen ist der Wind angestiegen, der in bestimmten Momenten sehr stark wird. Die Freiburger Granathemden nutzen das aus und gefährden ernsthaft das Schweizer Tor, das geschickt von Dreyfuss verteidigt wird, der eine Menge starker Schüsse abwehrt, doch am Ende Gibbs einen Pass von seinem Rechtsaussen Haase im Netz unterbringt zum zweiten goal für die Freiburger.

Es ist 15:50 Uhr. Die Schweizer scheinen überrascht und unsicher zu sein. Die Deutschen scherzen nicht. Es ist die Revanche des Basler Spiels, nach dem sie streben! Sie gehen kompakter und homogener um und mehr auf den Ball. Es gibt nicht einen oder zwei Individuen, die fliehen oder aufgeben. Das gesamte Team bewegt sich zusammen, wobei jeder seinen Posten militärisch einnimmt und seiner Aufgabe treu bleibt. Eine grossartige Mannschaft! Schade, dass die erste Reihe vom Typ Freiburger sie nicht als dritte Verteidigungslinie, wie die der Servette, haben. Tatsächlich war die Abwehr die einzige Schwäche der Deutschen, die für die Ungestümheit und Geschwindigkeit der Genfer roten Teufel unvorbereitet zu sein schien, und mal mehr mit einem wunderschönen Schuss von Graupner Linksaußen, Sydler Rechtsaußen, und Netto, beide im Abseits stehend, markierte das vierte goal.

Es ist 16:10 Uhr, es fehlen noch wenige Minuten zum Ende der ersten Halbzeit, und Freiburg geht zum Angriff über. Er wird im Zweikampf von der zweiten Schweizer Reihe gestoppt, übergibt den Ball aber an Burkart, der mit einem gekonnten dribbling einen half-back und zwei Schweizer Drittreiher hinter sich lässt und bringt den Ball im Schweizer Käfig unter. Es endet die erste Halbzeit mit 4 goals für die Schweizer und 3 für die Deutschen. Der Sieg ist noch unentschlossen.

Foto: Während des Spiels Schweiz – Deutschland: ein verhindertes Tor durch die Deutschen. (Foto: Ambrosio - Turin)

Das Publikum wartet ungeduldig auf die zweite Halbzeit. Im Zusammenspiel mag man die Freiburger lieber: schade nur, dass ihre Abwehrreihe nicht dem Niveau ihrer ersten Reihe entspricht. Die Schweizer Verteidigung hingegen ist wunderbar. Dreyfuss’ Fähigkeiten beruhen auf der Tatsache, dass einige sehr gefährliche deutsche Angriffe vereitelt wurden, die sich in der zweiten Halbzeit als die Entschlosseneren herausstellten. Tatsächlich glaubte man an ein 4. Tor, da der Torwart dem Ball hinterher- und aus dem Tor lief, der Ball aber senkrecht in sein Tor zurückfiel, ohne jede Möglichkeit ihn aufzunehmen. Doch der referee wollte dem nicht zustimmen. Kurz danach ein weiterer Streit. Netto, vom Servette F. C., erzielte das 5. Tor für seine Farben, doch man gewährte ihm den Treffer nicht, weil er im Abseits stand.

Der Wind weht derweil stark vom Feldrand her und unterstützt die Genfer rechte Flanke, die an einem gewissen Punkt mit Henneberg an ein Tor zu schiessen glaubt, doch der mutige und geschickte Torhüter Kleber der Freiburger, läuft aus dem Tor, stürzt sich auf den Gegner und nimmt ihm den Ball zwischen den Füssen weg. Es gab gewaltigen Applaus für die wunderbare Einvernahme des rennenden Spielers, der alleine, und nun wieder Herr der Lage ist. Aber nach fünf Minuten fällt Kleber bei einem erneuten Schuss durch Marin und der Ball rollt ins Netz, wodurch das verdiente fünfte und letzte Tor in diesem Spiel erzielt wird. In den letzten Minuten der zweiten Halbzeit zeigen uns die Freiburger einen energischen und meisterhaften Angriff ihres militärischen Zuges. Aber der Schweizer goal-keeper hält den Ball und der referee pfeift zum Ende des Spiels.

Die Musiker spielen die Schweizer-Deutsche Hymne. Die Schweizer sind nun aufgerufen, das Finale des Turniers zu bestreiten.

Foto: die starke deutsche Mannschaft des Freiburger Fussball Club. (Foto: Ambrosio - Turin)

Zweites «Match»

Italien gegen Frankreich

Mannschaft des Foot Ball Club Turin: MacQueen, Bollinger, Frey, Engler, Rodgers, Zuffi senior, Squair, Zuffi junior, Debernardi, Pozzi, Jaquet. 

Mannschaft der Union Sportive Parisienne: Espir, Chapetou, Rouxel, Owing, Davy (Kapitän), Guérard, Fédrici, Giesecke, Schille, Ad. Giesecke, Menant.

Gross ist die Erwartung für dieses Treffen. Das Spiel begann hart, die Überlegenheit des Turiner Teams ist klar und die Hoffnungen, dass Italien sich nicht verstellen muss. Gegen Mitte der ersten Halbzeit, nach einem Bombardement in der französischen Hälfte durch die italienischen Stürmer, sichert Pozzi-Squair, nach einem schönen Pass mit einem kraftvollen shot, seinem Verein ein erstes goal. Delirium der Begeisterung!

In der zweiten Halbzeit werden die Franzosen, die hart und fast schon gewalttätig spielen, mit vielen Freistössen ermahnt. Debernardi, Mittelstürmer des F. C. Turin, war der Held des Tages. Er erzielte drei Tore, eines durch einen magischen Freistoss, eines durch einen Elfmeter, und ein drittes nach einem tollen Schuss aus dem Lauf heraus. Sehr gut verteidigt hat der goal-keeper, Herr Espir, der stark mitgearbeitet hat, um die Niederlage der Franzosen gering zu halten.

Die Turiner Abwehr hatte in Bollinger und Frey ein unvergleichliches Duo in Sachen Eleganz und Präzision. Schade, dass ein Mangel an Kontakten zwischen der ersten und zweiten Reihe der Granaten zu einem bescheideneren Sieg geführt hat, als alle erwartet hatten. Das erste goal erzielte Debernardi nach einem schönen Pass von Pozzi-Jaquet. Jaquet fällt im Zweikampf, Pozzi nimmt den Ball an der Ecke wieder auf und bringt wunderbar den Ball ins Zentrum. Squari, der von der Spitze in die Mitte gerückt ist, vollstreckt direkt im Flug und bringt den Ball ins Netz der rot-schwarzen Pariser unter. Um ehrlich zu sein, sollte man jedoch beachten, dass die Mannschaft der Union Sportive Parisienne, die sich in Turin präsentierte, nicht die komplette Mannschaft war, da viele ihrer Spieler im letzten Moment nicht in der Lage waren, Paris zu verlassen.

Das Bankett

Insgesamt, zwei sehr interessante matches. Sehr positive Äusserungen, nach dem der F. C. Turin ins Finale einzog und sich bereits den zweiten Platz sicherte: den Pokal der Stadt Turin. Wir bewunderten im ersten Spiel das prächtige Ensemble der deutschen Mannschaft, sowie die Schnelligkeit der Genfer.

Abends, gegen 20 Uhr, veranstaltete die Stampa Sportiva im hinteren Salon des Palastes der schönen Künste bei Valentino, ein üppiges Bankett, das elegant zubereitet wurde von den beiden Spezialisten: Molinari und Aschieri. Sie sassen am Ehrentisch, in der Mitte der Herr Gustavo Verona, Direktor der Stampa Sportiva, zu seiner rechten der Kommissar Tacconis, Vertreter des Bürgermeisters, zu seiner Linken der Herr Pralon, Konsul aus Frankreich. Und dann der Herr Schoembrod, der Ing. Varetti, der Mag. Bosisio, der Herr A. Dick, Vize-Präsident des Organisationskomitees, Herr Espir, die vier Kapitäne der vier konkurrierenden Mannschaften, G. Maccagno, Sekretär, und G. C. Corradini, Redakteur der Stampa Sportiva, und dann in keiner bestimmten Reihenfolge vier lange Tische, die Vertreter der Presse, die vier konkurrierenden Mannschaften des Turniers, zahlreiche Anhänger, unter denen wir uns gerne an die Vertreter des F. C. Juventus und Piemonts und der Unione Alpinistica von Torre Pellice mit seinem Präsidenten Landermo, erinnern.

Während des ganzen Banketts herrschte die höchste sportliche Herzlichkeit. Zur Fülle von Champagne, der freundlicherweise aus dem Haus Cinzano angeboten wurde, gab es eine kurze Flut von Reden. Es begann Herr Verona, der sich zunächst beim Organisationskomitee bedankte, das seiner Zeitung bei der Durchführung der Arbeiten sehr geholfen hat, und bei den Spielern aus drei verschiedenen Nationen und leitete die Initiative für ein zweites internationales foot-ball Turnier ein. Es folgte starker Applaus.

Dann spricht der Kommissar Tacconis, der die Begrüssung der Stadt Turin an die willkommenen Gäste darlegt und die offizielle Begrüssung der Bürger auf französisch spricht. Das Glück zu haben mit einer organisatorischen Zeitung und einer ausgezeichneten Initiative, die darauf abzielt, die freundschaftlichen Verbindungen zwischen den Sportlern der verschiedenen Nationen zu festigen. Begeisterter Applaus begrüsst das glückliche Ende der Gefühle.

Es folgen wenige Worte des französischen Konsuls, des Herrn Espir, der Mag. Bosisio, der die Initiative der Stampa Sportiva nachdrücklich untergräbt, die weitere internationale Treffen in Mailand und Genua provozierte, gratulierte der hervorragenden Organisation, die die Turiner Freunde geleistet hatten.

Weiter sprechen kurz der Herr A. Dick und die Kapitäne der italienischen, der deutschen und der schweizerischen Mannschaft, und der Herr Cocchi, für die Gazzetta dello Sport, der auf französisch die Siege der Spiele in Mailand des Club Francais und der Old Boys kommuniziert, und gratulierte zum erfolgreichen Ergebnis des Turiner Zusammenkommens.

Das fröhliche Treffen löste sich auf zwischen internationalen sportlichen Gesängen und dreifach Salven hin hip hip hurra.

Der zweite Tag

Montag 20.

Nach dem ersten schönen und erfolgreichen Tag wurden am Mittag der Direktor der Stampa Sportiva, Herr Dick, Herr Espir, Herr Schoembrod und die Kapitäne der beiden im Finale stehenden Italienischen und Schweizerischen Mannschaft zu einem üppigen Frühstück direkt ins Haus des Französischen Konsuls geladen.

Es gibt eine weitere Einladung des «Schweizer Kreises», am Montag um 19 Uhr, bei der die Schweizer, die Französischen, die Italienischen Spieler und das Organisationskomitee des Turniers zu einem Treffen eingeladen sind. Es wird in den eleganten Räumlichkeiten reichlich Ehrenbier angeboten. Sie sprachen und applaudierten, die Herren Sandry, Präsident des Kreises; G. Verona und A. Dick, Präsident und Vize-Präsident des Komitees; Mr. Espir, der Kapitän der Schweizer Mannschaft, und der Herr Buser, als Präsident der Schweizer Föderation. Das fröhliche Treffen war geprägt von höchster Herzlichkeit für die Gäste und vorzüglicher Freundlichkeit für die Mitglieder des «Schweizer Kreises».

Dem Endspiel des Turniers hätte das Trostspiel der beiden ausgeschiedenen Mannschaften vorausgehen müssen, d.h. die Union Sportive Parisienne und der Freiburger Fussball Club. Da letzterer nicht angetreten ist, wurden sie durch die erste Mannschaft des F. C. Juventus ersetzt für ein Spiel ausserhalb des Wettbewerbs.

Die weiss-schwarzen Turiner spielen mit viel Schwung und Elan: die Pariser hielten nicht lange durch. Sie erzielten 4 goals zu Null, von denen drei vom starken Borel stammen. Der erste Punkt wurde durch ein meisterhaftes, steiles Abspiel von Colombo markiert, der seine eigene Reihe zum Angriff führte und den Ball an Goccione weitergab. Die an Donna, weiter an Moschino, der den Ball kurz an Borel weitergibt, der mit einem kraftvollen Schuss den Ball im Pariser Netz versenkt. Auch dieses Mal mussten wir feststellen, dass zu viel Abstand zwischen der ersten und der zweiten Reihe der Juventus besteht, gut aber Hess, Colombo, Mastrella und die ganze erste Reihe, weniger Moschino, viel zu einfach und unsicher. Das letzte goal wird von Goccione markiert, nach einem geschickten Durchbruch. Dieses wie auch das folgende Spiel wurde in bemerkenswerter Weise von Herrn Buser, Präsident der Schweizer Föderation mit Hilfe der beiden Linienrichter Herr F. Berardo und E. Simonazzi vom F. C. Piemonte geleitet.

Foto: Die Mannschaft der Union Sportive Parisienne vertritt die französischen Farben. (Foto: Ambrosio - Turin)

Das grosse Finale

Schweiz gegen Italien

Um 17 Uhr begann das grosse Finale des Turniers, mit grossen Erwartungen beim Publikum, und auch an diesem zweiten Tag waren ca. 2000 Personen anwesend.

Es stehen sich zwei sehr starke Mannschaften gegenüber: für Italien der F. C. Turin und für die Schweiz der F. C. Servette. Ein wirklich epischer Kampf. Während in der ersten Halbzeit die Schweizer die Situation andauernd dominierten, waren es die Turiner in der zweiten, die die Angriffe häufig führten.

In der ersten Halbzeit erzielten die Schweizer mit wirklich meisterhaften Angriffen, mit Präzision und Willen, drei goals, trotz der grossartigen Abwehr der Turiner, insbesondere der Torhüter Mac Queen, der jede Anerkennung bekam.

Foto: Das Finale des Turniers. – Die Verteidigung hatte während der ersten Halbzeit genug Freiheit, um seine Virtuosität auszuspielen. (Foto: Ambrosio - Turin)

Tatsächlich konnte der Torhüter die drei Bälle in keiner Weise parieren, da er zum Beispiel für die ersten Bälle, die er zum ersten Mal in einer Art Gemenge sehr gut stellte, das Pech hatte, sie in die Beine der Gegenspieler zurückzuschieben, die einfaches Spiel damit hatten, den Ball im Netz unterzubringen.

In der zweiten Halbzeit läuft stattdessen die erste Reihe der Turiner zum Angriff, und nach einer halben Stunde gelingt es durch Pozzi ein wunderschönes goal zu markieren. Besser hätten die gut durchgeführten italienischen Angriffe sein können, wenn die Auswirkung der momentanen Emotionen und das Vermögen die Bemühungen unserer Vertreter stärker begleitet hätten.

Foto: Das Finale des Turniers. – Die Angreifer des F. C. Turin mit der schweizerischen Abwehr. (Foto: Ambrosio - Turin)

Tatsächlich lag es mehr als einmal an der mangelnden Ruhe der Stürmer der Granaten, die trotz guter Möglichkeiten, Punkte zu erzielen, scheiterten. Elegant und vornehm die backs des F. C. Turin: Bollinger, immer sehr elegant und korrekt, und Frey, ein bisschen zu starr. Gut auch Zuffi senior, der Mutige und Engler, der Unermüdliche, sowie der König der goal-keepers, derzeit in Italien: der Professor Mac Queen.

Der Servette F. C., echte Meister, erwiesen sich der brasilianische Netto, Mittelstürmer, Sydler, sehr schnell und Martin als starke Spieler. Hervorragend, wir wiederholen nochmals, die Abwehr, absolut unverkennbar.

Foto: Das Spiel Union Sportive Parisienne – F. C. Juventus. – Ein lebhafter Durchbruch der Stürmer des Juventus. (Foto: Ambrosio - Turin)

Die Preisverleihung.

Das sehr erfolgreiche Treffen endete mit den internationalen Hymnen der Militärmusik. Von der Bühne, wo auch die Mitglieder des Organisationskomitees anwesend waren, wurde die Preisverleihung von Herrn Verona und dem Kommissar Tacconis durchgeführt. Dem F. C. Servette auf Genf wurde der erste Preis verliehen, dem prächtigem goldenen Schild der Stampa Sportiva. Der zweite Preis, der von der Stadt Turin gestiftete vergoldete Silberpokal, wurde an den F. C. Turin verliehen.

Unsere Vorhersage und unser Wunsch

Vorhersage und die besten Wünsche, die der Mitteilung gerecht werden. Wir sagten voraus, dass der F. C. Servette der Gewinner der prächtigen Tafel werden wird, und so war es auch. Wir gratulieren dem F. C. Turin, die zumindest den zweiten Platz einnahmen und sich den Pokal der Stadt zu sichern und seinen Wunsch bestätigt zu bekommen. Wir versicherten, dass wir für die beiden Turniertage gutes Wetter haben werden, obwohl es vor unserer Veranstaltung eine regnerische Woche gegeben hatte, und wir bekamen gutes Wetter. Was wollt ihr mehr? Neue Formulierungen, neue Wörter, um zu bekräftigen, welche Begrüssung und Begeisterung durch das Publikum unsere Initiative hervorgebracht hat? Sie brauchten es nicht. Die fünftausend und mehr Personen, die sich in diesen historischen Tagen versammelt haben, haben darüber gerichtet. «La Stampa Sportiva» ist eine Angelegenheit von seröser, brillanter und grandioser Organisation, die ihresgleichen sucht. G. Corradino Corradini

Das Grüne Kreuz

Ein Lob und eine sehr lebhafte Danksagung, die wir dem willigen Team des Grünen Kreuzes, der lobenswerten Gesundheits- und Sportinstitution, für die exzellente und prompte Versorgung, die in den wenigen Fällen von Blutergüssen und gewaltsamen Zusammenstössen zwischen den lebhaften Spielern, erbracht wurde.

Unser fotographischer Dienst

Schnell, reichlich und ausgezeichnet in jedem Bericht die Fotoreportage unserer üblichen Beauftragten. In der Tat hatte die Firma Ambrosio neben zahlreichen Geräten für die fotografische Reproduktion drei gute Bediener beauftragt, die interessantesten Momente unseres wichtigen Fussballtreffens, aufzunehmen.


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